Grassenbiwak 2027
Engelberg
Biwak am Grassen SAC
Okt. 2024 - Jan. 2025
Um die Landschaft rund um das Grassenbiwak nicht durch neue Fundamente zu beschädigen, wird das neue Biwak auf die bestehenden Fundamente gestellt. Das neue Volumen passt sich an die sechseckige Form des Sockels an. Ein ausgeprägtes Dach macht das Biwak aus weiter Entfernung sichtbar. Die Sichtbarkeit wird durch den emporragenden Turm unterstützt.
Die Ausgesetztheit zwischen vier Gletschern und die extreme Witterung werden als primäres Entwurfswerkzeug verstanden. Für das Biwak wird eine Tafelbauweise eingesetzt, die eine Wärmedämmung aus Holzfaser, eine innere und äussere Beplankung aus dünnen Dreischichtplatten sowie eine hinterlüftete Aussenschalung umfasst. Dadurch wird das Biwak schnell behaglich warm, sobald die Gäste den Ofen heizen. Das Dach und die Fassade sind mit Kupferspenglerblechen gedeckt. Kupfer ist ein handwerkliches Material, das sich durch einfaches Löten reparieren lässt.
Um nach einer erschöpfenden Skitour nicht den zugeschneiten Eingang freischaufeln zu müssen, verfügt das Biwak über einen Wintereingang im Turm. Im oberen Teil des Turms können sich Zugvögel nach ihrem Aufstieg auf 3000 Metern und vor ihrer Alpenüberquerung in Richtung Süden ausruhen. Im Sommer kann der Wintereingang zum Lüften genutzt werden.
Der Haupteingang befindet sich an der Stelle des bestehenden Biwaks. Die vorhandene Steintreppe wird auch übernommen und behält ihre Funktion. Beim Betreten des Biwaks findet man links Platz für Ski, Rucksäcke, Wanderschuhe, Kletterequipment und Hüttenfinken. Zwei Stufen höher laden eine Eckbank und ein grosser Tisch zum Verweilen ein.
In den Schlafraum gelangt man über die Treppe. Die Betten sind entlang des sechseckigen Grundrisses angeordnet und lassen eine dreieckige Ablagefläche frei. Entlang der Dachneigung nimmt die Anzahl der Betten nach oben hin ab. Der Schlafraum wird so zu einer Schlaflandschaft, in der man sich entscheiden kann, wie man schlafen will: geschützt in der Dachneigung, zu zweit oder zu dritt, oder allein in den obersten Betten. Der gespaltene First bildet ein Oberlicht aus Festverglasung zur Belichtung. Auf allen Schlafebenen befinden sich kleine Schiebeläden zur Belüftung.
Zusammen mit: Julius Kress und Krater Fajan